Ich baue und verändere Räume und Stadtszenerien. Das Hauptaugenmerk meiner Arbeit ist die Irritation, die subversiven Dynamiken von Material- veränderungen, von virtuellen Narrativen, von Orten und Objekten. Die konzeptuellen Psychotopien entstehen mit der Absicht die Wahrnehmung von Alltagsgegenständen, gewöhnlichen Arbeitsräumen und konventionellen Wahrheiten, vibrieren und zirkulieren zu lassen, durch die Entdeckungen und Experimente, welchen die Subjekte sich unterziehen müssen. Mein Hauptanliegen liegt dabei in der Interaktion zwischen Menschen und deren räumlichen und sozialen Umgebungen, wo Wahrheit und Konvention in jedem Moment produziert wird, in dem die Gäste Beobachter, Schauspieler und intentionaler Realisator zugleich sind.

Gustav ZWEK Kleinschmidt /*1987

Gotha /Germany

einzwek@web.de

I am building and transforming rooms and city environments. The main focus of my work is the irritation, the underlying dynamics of material changes, of virtual narratives of spaces and objects. The conceptual psychotopies are put out in order to let the perception of everyday objects, casual working spaces and conventional truths vibrate and circulate in the discoveries and experiments the subjects need to undergo. My main concerns are the interaction between people and their spatial and social environment, where the truth and the convention are produced in each moment of the audience, being observer, actor and intentional realizer at the same time.

home

2013

In einem Bürogebäude im 5ten Stock ist ein Zuhause eingerichtet. Dort befindet sich alles was man braucht. Eine Dusche, ein Spiegel, ein Tisch, ein Herd, eine Wäscheleine, und eine stille Ecke, mit einer eingebauten

Eisenstruktur die mit Schaumstoffwänden und Wolldecke verkleidet ist. Dort wohnt ein Jahr lang ein Künstler bis das Gebäude zur Renovierung erneut umgebaut wird.

Material .... Eisenstangen, Styrodur-Aluminium, Wassertank, Herdplatte, PVC-Vorhang, Holz, Stoff,

Tischdecke, Schaumstoff, modernes Geschirr, Blume, Müsli, Handtuch, Kleidung

social behaviour experiment ῏ Raum 1

2013

In einem leerstehenden Krankenhaus werden 3 Räume hergerichtet. Im 1sten wird eine Stunde mit

Instrumenten die man nicht spielen kann gespielt und sich gefilmt und kommentiert, im 2ten werden mit Kohle weiße Wände mit Wörtern beschrieben und sich dann eine Stunde damit unterhalten, es wird sich gefilmt und kommentiert, im 3ten werden Masken mit kleinen Gucklöchern aufgesetzt und sich eine Stunde durch einen Raum gefüllt mit Ästen, Styroporformen und großen Stoffen bewegt, es wird sich gefilmt und kommentiert.

Hinterher wird eine Art Facebookprofil, mit Namen, Kommentar und Kameraperspektive von jedem

Teilnehmenden erstellt, die die Situation beschreiben. Soziales Verhalten wird in der digitalen Welt anders als in der echten Welt dargestellt und umgekehrt, Sie wird durch ihre Dokumentation wiederholbar und somit zu einer möglichen Konvention.

social behaviour experiment ῏ Raum 2

2013

Material .... Instrumente, gekachelter Raum, Handys, Kameras

Material .... Holzkohle, weiße Holzwände, Handys, Kameras

social behaviour experiment ῏ Raum 3

2013

Utopia

2013

In einem alten Umspannwerk, auf einem nicht begehbaren Kran, befindet aich eine Pflanze in einem reflektierendem Glas und Plane Kasten der grün beleuchtet ist. Man kann ihn von unten kaum sehen. Das Äußere dieses großen Kubus besteht aus Dämm- und Isolationsmaterial.

Material .... Papiermasken, Äste, verschiedene Styroporformen, große schwarze Stoffe, halb gekachelter Raum, Handys, Kameras

Material .... Filzteppich, Teer, Glasfaserdämmung, Bauplane, Baugaze, Aluminiumleisten, Glas, Plexiglas, Pflanze

Extraktion, Identity

2014

Zwei Schränke eines Hinterhofs in Ostrava, Tschechien, der eine dient als Material für ein Schrankskelett, von dem anderen wird ein Abdruck aus mit heißer Seife getränktem Leinen gemacht, der Geruch und Form extrahiert. Dann wird die Extraktion auf das Schrankskelett gespannt.

Material .... Holzschränke, Leinen, Seife

Warteraum, Decontamination

2011

In einer Ausstellung in einem Bürogebäude in Prag werden einzelne Besucher aus dem Ausstellungsraum aufgefordert sich ein Stockwerk höher in einen Warteraum zu setzen.

An den Sitzen befinden sich Schalter die jeweils verschiedene Mechanismen in dem Raum auslösen. Zur Ablenkung von dem umgebungsverändernden Schalten der Wartenden, gibt es einen Prostituierten und einen Security im Raum. Danach folgen weitere Räume mit einer Prozedur die sich mit den Folgen einer Dekontamination bei den Gästen auseinandersetzt.

Material .... Lüftung, Klimaanlage, Wasserpumpe, Stühle, Ziehschalter, Kabel, Mülleimer, zwei Personen

Interviewroom, Surplus

2014

In einem Hinterraum einer Ausstellung zum Thema Überschuss werden Interviews mit Künstlern geführt die ihre Arbeiten zum Thema Überschuss mitbringen, um dann direkt im Büro, während der Ausstellung, gestellt und gehängt zu werden, bis es voll ist.

Material .... Bilder, Skulpturen, Objekte, Wandfarbe, Akrylfarbe, Pigmente, Möbel, Lampe, Leitern

in den Schränken: Büromaterial, Malerutensilien, allerlei Werkzeug, Lampen, Lampenfolien

Try to not think of any word for 5 minutes

2012

In einem Heizungsraum in einem großen Keller unter einem Hochhaus, sind schwimmende Goldfische in den Heizungskesseln zu finden und Käfer unter einer Wärmelampe hinter einer großen Glasscheibe. Über einem weiteren Heizungskessel schwingt ein Deckenventilator. Es sind die Geräusche von Motorsägen in einem Wald und Brüllaffen zu hören.

Material .... Käfer, Goldfische, Rotlichtlampe, Windows 98 Computer, Beamer, Deckenventilator, Baustellengaze, Glas, Stahlträger, Elektrokabel, Hefeteig, Lautsprecher, Anlage, Soundkollage mit Affen und Motorsägen

Nomaden

2012

In einer alten Militärbasis in Klosterfelde werden vorübergehende Räume errichtet.

Material .... gefundener Styropor aus Bernau, gefundene Holzpalette aus Bernau,

gefundener Sackleinen aus Bernau, Nägel, 1 Teelicht

Pförtnerkabine,

Autonomous Rooms

2012

In einem alten Backsteinkellers am Rosenthaler Platz findet eine Ausstellung statt. In der Toilette ist eine Pförtnerkabine aufgebaut. Hinter der Glasscheibe befindet sich Lego. Durch das Mikrofon hört man sich selbst klangverzerrt und vervielfältigt.

Material .... Kunststofflaminierte Sperrholzplatten, Glasscheibe, Mikrofon,

Computer mit Soundeffekten, Lego, Legokiste

Religion, Rooms

2012

Auf der Straße an einem Kunsthaus was in Gefahr von Investoren steht,

findet eine religiöse Zeremonie statt.

Material .... Kostüme, Keyboard, Mikrofone, Computer mit Effekten, Terrakotta-Abflussrohre,

Stahlträger, Stahl-Zuggleisenden, Stahl-Abflussrohr mit Isolierung

virtual rooms of power,

Das emersive Theater

2016

Ein Theaterraum unweit vom Rosenthaler Platz wird entleert und mit Beton, Decken und Wand verkleidet.

Vor der Tür ist ein Privatparkplatz eingerichtet vor einem Schaufenster in dem ein Gehirn zu sehen ist, mit der Aufschrift „emersives Theater“.

Material .... viel Beton, Verschalungsplatten, Holzstrukturen, Plexiglas, Gerüststangen, Rinderhirn, Auto

Dingwelt und Reality-Soap

2016

Im TIK-Theater in Berlin Friedrichshain wird ein 90er Jahre Wohnzimmer für den Dreh einer Reality-Soap hineingebaut. Die Wände dafür wurden aus einem Wohnhaus in Kaulsdorf, Berlin, entfernt und dann in das Theater gebaut. Die Möbel stammen ebenfalls aus Nachlässen von verschiedenen Wohnungen in Berlin.

Über die 72 Stunden des Drehs der Soap, hat sich das Interieur maßgeblich verändert, sodass die Realitäten eines konventionellen Wohnzimmers, der Teile der „echten“ Wohnzimmer, mit den Realitäten der Protagonisten, der „Prekariats-Familie“, verschwommen sind.

Material .... Wände, Tapete, Türen, Möbel, Gerüststangen, Assesoires

Kollaboration mit Girl To Guerilla

Horror

2016

In einem Wald in der Nähe von Fürstenberg werden 3 Prozeduren durchgeführt: Eine Plastikplane wird mit selbstgemachter Kohle aus dem Wald beschmiert und mit Silikon verschweißt, ein toter Fuchs wird in dem Wald drapiert und fotografiert, und eine Leinwand wird in einem Sumpf im Wald getränkt und mit Kohle und Pigmenten behandelt. Die Resultate werden in einer domestizierten Umgebung in einem Industriehof in Kaulsdorf, bei Berlin, installiert. Die Fenster der Räumlichkeiten sind von außen mit Plastikplane abgehangen und mit Styropor und toten Zweigen aus dem Wald isoliert. Dazu wird der Duft von Holkohle versprüht. Am Ende des Raumes wird live eine Soundkollage abgespielt.

Material .... Plastikvorhang, toter Fuchs, tote Zweige, Holzkohle, Sound, Leinwand, Pigmente

Kollaboration mit Alice Morey

Material .... Video, Projektor, Kalk, Waschschüssel, Wasserhahn, Kacheln, Teppiche, Sitzkissen, Plastik, Vorhänge, Jalousie, Wandskulptur, Regalbrett, Bücher

The Travelers

2016

In einem leerstehenden Krankenhaus wird ein Raum mit Kalk gestrichen, bis der Geruch und die Feuchtigkeit dem Raum anzumerken sind. Die Fenster sind mit Stoff, Müllsäcken und einer Jalousie aus dünnen Holzstäben, abgehangen. Eine Zigarette wurde in dem Aschenbecher auf dem Fensterbrett ausgedrückt. Rechts an der Wand hängt eine altarähnliche Trophäe aus Plastikassesoires und einer Absperrkette zusammengeschmolzen.

In die Jalouliese wird von außen ein Video von jungen tanzenden Flüchtlingen an Ramadan, aus einem Flüchtlicngscamp in Lesbos, Griechenland, projeziert. Auf dem Boden befinden sich zwei Perserteppiche mit Sitzkissen. An der linken Wand ist ein Regalbrett angebracht, darauf Bücher und Magazine über Menschenhandel und Globalisierung. In der Ecke neben dem Eingang steht eine Plastikschüssel, darüber ein tropfender Wasserhahn.

mit einem Objekt von Alice Morey an der Wand

Kunst Im Wohnzimmer

2016

In einer Wohnung in der Berliner Straße in Wilmersdorf Berlin, wird vorgegeben Kunst zu machen. Es fällt nicht viel auf. Dennoch. Die Heizung wurde umgebaut; die Küche raus, ein neues Waschbecken rein; Bilder des ohnehin schon mit zu viel Kunstdrucken bestückten Wohnzimmers, ergänzt.

Ein Subwoofer der an der Außenwand des Hauses installiert ist, gibt den Sound der Gasheizanlage aus der

Küche, in die ein Mikrofon mit Bluethooth-Sender eingebaut ist, wieder. Man könnte meinen es sei die Heizung der Nachbarn. An der Außenwand stand mal ein Haus, was weggebombt wurde.

In diesem Environment werden Gäste geladen, die einen Talk über, Karneval, Pflanzenbewusstsein, und transzendente Bedeutung in der Kunst, halten.

Material .... Mikrofon, Subwoofer, Räume, Bilder, Waschbecken, Heizung, Wasserboiler, Teppich, Lampen

Kuration von Lorenzo Graf, Confini

Horror 2 - Photoshop Opening

2016

Die Galerie Schillerpalais in Neukölln Berlin musste angeblich schließen. An ihrer Stelle soll ein Photoshop aufmachen. Im Internet taucht Werbung für die Eröffnung des Ladens auf, ein Promotionvideo, Instagram, Facebook und Newsletter.

Bei der Eröffnung findet man verbarrikadierte Fenster und Türen vor. Durch einen Seiteneingang gelangt man in den neuen „Photoshop“. 100 m Plastikvorhang weisen einem den Weg, auf dem Boden befinden sich Kacheln, die ab und an mit Fotoemulsion belichtet und abgetragen werden. Durch große Tageslichtschreiber verliert man ein wenig die Orientierung. Wenn man in den Keller des Ladens gelangt, wird man angehalten eine Gasmaske zu tragen. Dieser ist abgehangen mit einem Fleischervorhang, in ihm befinden sich drei Heizungen, die die Hitze ansteigen lassen. In der Mitte des gekachelten Raumes steht eine geschlossene Glasbox, in der sich eine Leinwand befindet, die mit wärmesensitiven Pigmenten, Ton und Salzsäure bearbeitet ist, sodass sich mit der Zeit ihr Bild verändert.

Material .... Plastikvorhang, Glas, Kacheln, Fotoemulsion, Salzsäure, Gasmasken, Holz, Metallgitter, Lampen

Kollaboration mit Alice Morey

Installation von Alice Morey

Red Block Gallery

2017

Auf der Straße vor dem Kunsthaus Landsberger Allee 54 steht ein 2m x 2m x 2m großer roter Kubus aus

Aluminium. Je nachdem wie lange er von der Polizei hingenommen werden würde, hätte die darin stattfindende Ausstellung „Der Rote Block“, 10 min bis 10 Tage lang gedauert, und bis 20 Künstler ausgestellt.

Die Ausstellung lief zehn Tage und 20 internationale Künstler stellten darin aus. Ihr gingen Gespräche mit Lokalpolitikern ein Zeitungsartikel und zwei Briefe an die Eigentümer des vor 5 Jahren geschlossenen Kunsthauses LA 54 voraus.

Material .... rote Aluminiumwände, Carbon Zeltstangen, Gewebeplane, rote Farbe, Akku, Lampe,

20 Kunstwerke, Kunsthaus-Security 10 Stunden am Tag

Kollaboration mit LA 54

The Busstop

2017

In ein Theater wird eine Bushaltestelle hineingebaut. Die sie umgebende Erde wurde von dem Amselfeld aus dem Kosovo nach Berlin über die Balkanroute transportiert. In den Monitoren der Haltestelle sind Bilder jener Umgebung zu sehen, bevor sie mitgenommen wurde. Wenn man den Theaterraum betritt muss man zunächst durch eine Schreberhecke hindurch steigen um über die kosovarische Erde, dann endlich in den cleanen blauen Safe Space zu gelangen, in dem sich hinter einer Glasscheibe der Controllroom des Technikers befindet.

Material .... Aluminiuemstangen, Bolzen, Betonplatten, 500 Kg kosovarische Erde, Teppiche,

Rollrasen, Hecken, Schaumstoff, Teppiche, blaue Plastiksäcke, Glasscheiben

Kollaboration with Girl To Guerilla

The Gate

2018

In der tschechischen Botschaft in Berlin ist unmerklich ein Magnetscanner installiert worden.

In der Ausstellung „The Wooden Web“ werden somit Kreditkarten- und Handydaten der Besucher unmerklich aufgenommen, und dann in das World Wide Web weitergeleitet.

Material .... Magnetscanner einer alten Bibliothek, rotes 25m Kabel, Elektroschaltkästen

Das Fetisch Theater

2018

In ein Theater wird eine Drehbühne hineingebaut. Darauf wächst eine Patina die Stück für Stück zu einem Fetisch heranwächst. Die „Bühne“ wird geweiht und sich mit ihr gedreht, während man sich fragt, was das sein soll dieses sogenannte Theater? Die Spieler produzieren Fetische, Fetische produzieren sich selbst, und ihre eigene gesellschaftliche Form.

Material ....Drehbühne, Holz, Holz-Parkett, Öl, Teer, Lack, Wachs

Kollaboration mit Gruppe

Red Block Colony

2018

Es werden 5 rote Kuben auf dem Gehweg gebaut, dort wird für 2 Wochen lang gewohnt, gelebt, gewaschen, gekocht, diskutiert und performt. Das Dorf besteht aus einem Waschhaus, Wohnhaus, Parlament, einer Galerie und einem Security-Häusschen.

Material .... Stahlwände, rote Farbe, Waschbecken, Herd, Bücherregal, Bücher, Rednerpult, Lampen, Teppich, Monitor, Kamera

Kollaboration mit Gruppe

The Revolution

2016

Eine Rauminstallation bestehend aus einer Bürodecke eines ehemaligen Druckhauses in Kaulsdorf wird in München wieder aufgebaut. Diesmal findet die Revolution noch einmal statt. Und die Frage ob sie „echt“ ist oder nicht ist eine Frage nach „der Realität“, die wie wir nach der heutigen Gehirnforschung nur mit „es gibt sie nicht, die eine Realität“, beantworten können. Die Bürodecke des Medienhauses als das heutige sich andeutende Desaster, in Computerzentren wird die Welt gesteuert, Algorithmen von Hackern stehlen Daten, wie Facebook und Instagram es tun. Arbeitsabläufe und politische Handlungen folgen immer noch demselben Muster wie zur Revolution, wenn der Krieg noch das persönliche Leben so sehr beeinflusst, wenn die sozialen Medien das persönliche Leben so sehr beeinflussen, wenn der Kapitalismus das tägliche Leben so sehr beeinflusst, dann kommt es zu einem Kollaps.

Material... 300 m2 Bürodecke, Aluminiumprofile, Holz, Leinwand, 100 KG Gips, 4 PC´s 2 Drucker, Lampen